Unternehmerforum mit dem BLB NRW- Attraktivität steigern
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen dabei zwei geplante Hochschulprojekte, die umfassende Sanierung des Universitätshauptgebäudes in Bielefeld und der Neubau des Data-Centers an der Ruhr-Universität Bochum. Um eine erfolgreiche und effiziente Realisierung der Projekte sicherzustellen, wurden insbesondere die partnerschaftliche Vertragsgestaltung und das Vergabemodell mit integrierter Planungsleistung diskutiert.
Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin des Bauindustrieverbandes NRW, freute sich über das große Interesse der Teilnehmer und dankte Gabriele Willems, Geschäftsführerin BLB NRW, für die engagierte Zusammenarbeit und die Möglichkeit, sich anhand der detaillierten Projektinformationen über die anspruchsvollen Projekte intensiv auszutauschen. Dieser Dialog werde auch in Zukunft fortgesetzt, so Prof. Wiemann. Als nächstes Thema stehe „BIM“ auf der gemeinsamen Agenda. Gabriele Willems erinnerte an das erste gemeinsame Unternehmerforum im Februar 2016, bei dem die „schlüsselfertige Errichtung mit integrierter Planungsleistung (SEP)“ im Mittelpunkt der Diskussionen stand. Das damals diskutierte Projekt „Universität Siegen“ befinde sich nunmehr in der Vergabe.
BLB: „Konjunkturmotor in NRW“
Mit einem jährlichen Auftragsvolumen von über 900 Millionen Euro in Bestand und Neubau seiner Liegenschaften stellte Geschäftsführerin Gabriele Willems den BLB NRW als Konjunkturmotor in Nordrhein-Westfalen vor. Ende 2016 arbeiteten 2176 Menschen beim BLB NRW und bewirtschaften die mehr als 4.100 Gebäude in seinem Eigentum. Von den Liegenschaften machten die Hochschulen nahezu 50 Prozent aus. Dazu kämen noch Polizeibehörden, Gerichte, JVAs und Ministerien. Die Spannweite reiche also von hochspezialisierten Forschungsgebäuden an den Hochschulen bis zu Stadtentwicklungsprojekten, bei denen, so Willems, wie mit der Hochschule Düsseldorf quasi ein ganz neuer Stadtteil entstehe. Das Hochschulbau-Konsolidierungsprogramm (HKoP) stelle insgesamt 1,2 Milliarden Euro für die Hochschulen mit 25 Projekten an 16 Standorten zur Verfügung. Sieben Mrd. Euro würden in den nächsten Jahren allein nach NRW fließen.
Als Beispiele für zukünftige Projekt, deren Baubeginn ab 2020 geplant sei, nannte Gabriele Willems den Ersatzneubau der Institutsgruppe 1 der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, den Neubau des Rotationsgebäudes der Universität Bonn, den Neubau des Rechenzentrums Noctua an der Universität Paderborn und die Sanierung des „Kernbereichs“ sowie die Infrastruktursanierung der RWTH Aachen.
Rund ein Viertel des BLB-Auftragsvolumens in NRW entfalle auf die Niederlassung Dortmund, berichtete deren Niederlassungsleiter Helmut Heitkamp. Von dort aus würden Hochschulen, Justizvollzugsanstalten, ein Justizvollzugskrankenhaus, das Oberlandesgericht Hamm und Kasernen für den Bund betreut. In 2017 verzeichnete die Niederlassung ein Bauvolumen von rund 200 Mio. Euro. Mit den anstehenden 30 Projekten bis 2024 würden voraussichtlich über eine Milliarde Euro verbaut.
Zwei Projekte, ein Gedanke: Partnerschaftlich!
Universität Bielefeld
In insgesamt sechs Bauabschnitten wird der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) das Universitätshauptgebäude in den kommenden Jahren modernisieren. Der BLB ist Eigentümer des Gebäudes und damit auch Bauherr der Modernisierung. Veränderte Anforderungen an Lehr-, Studien-, Forschungs- und Arbeitsbedingungen, die Anpassung an die neuen Brandschutz- und Energieeinsparverordnungen, das Thema Gebäudeschadstoffe sowie die veraltete Haustechnik sind die ausschlaggebenden Gründe für die Modernisierung. Wolfgang Feldmann, Abteilungsleiter Planen und Bauen beim BLB NRW, erläuterte das Projekt. Der erste Bauabschnitt wurde bereits erfolgreich entkernt. Die Herausforderung ist es, Forschung und Lehre während der gesamten Bauphase möglichst ungestört weiter laufen zu lassen.
Ruhr-Uni Bochum
Anke Richter, Abteilungsleiterin Planen und Bauen beim BLB NRW Dortmund, stellte die Neubauprojekte auf dem Campus der Ruhr-Universität Bochum vor. Dazu gehören Kernsanierungen großer Flächen in mehreren Gebäuden der Universität und der Neubau des DataCenters sowie von Serverräumen, um eine hochverfügbare und gesicherte Unterbringung der IT zu ermöglichen. Der Neubau des Data-Centers soll bis Juni 2020 realisiert werden.
Risikoteilung
Beide Projekte werden schlüsselfertig errichtet. Die Interpretation des Bausolls soll durch eine genaue Definition umgangen werden, man wolle das Projekt gemeinsam angehen und in eine Partnerschaft von Uni, BLB und Bauindustrie eintreten, so Anke Richter und Wolfgang Feldmann einstimmig. Die nicht zum Zuge kommenden Bieter enthielten eine Entschädigung. Erstmalig würden auch Schlichtungsverfahren (Adjudikation) eingeführt. Die für das einzelne Bauvorhaben bestimmten Projektteams setzten sich aus Spezialisten zusammen, so dass zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer eine fachlich qualifizierte Kommunikation sichergestellt sei. Das Risiko werde durch eine integrierte Baupreisindexsteigerung geteilt, so die beiden BLB-Fachleute.